Emil E. Kobi Institut
Institut für Forschung und Weiterbildung • Gegründet 2015
Eckdaten
Zu Emil E. Kobi (1935 – 2011)
Emil E. Kobi war ein prägender Wissenschaftler der Heilpädagogik. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer und Sonderschullehrer studierte er Pädagogik, Psychologie, Heilpädagogik und Philosophie in Zürich, Wien und Tübingen. 1963 promovierte er bei Paul Moor, 1971 habilitierte er sich an der Universität Basel.
Von 1972 bis 1999 leitete er das Institut für Spezielle Pädagogik und Psychologie (ISP) an der Universität Basel. Er veröffentlichte zahlreiche Fachpublikationen und war international als Referent tätig.
Arbeitsschwerpunkte:
- ›Heilpädagogische Diagnostik
- ›Früherziehung und Integration
- ›Anthropologische und interkulturelle heilpädagogische Fragestellungen
Sein wissenschaftlicher Nachlass befindet sich seit 2012 im Internationalen Archiv für Heilpädagogik.
Emil E. Kobi über Heilpädagogik
„Heilpädagogik lebt von der Bereitschaft der Gesellschaft, jedem Menschen – unabhängig von seiner Leistungsfähigkeit oder seiner Beeinträchtigung – einen Platz und Wert zuzuerkennen.“
Das Emil E. Kobi Institut (EKI)
Das EKI wurde 2015 gegründet und ist Teil des Fördervereins des Internationalen Archivs für Heilpädagogik e. V. Es bündelt Forschung, Weiterbildung und fachliche Entwicklung im Bereich der Heilpädagogik – an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis.
Seit 2017 ist das Institut am Archivstandort Trebnitz aktiv und baut dort seine Forschungs- und Weiterbildungsangebote kontinuierlich aus.
Aufgaben und Schwerpunkte
Forschung
Auswertung historischer Archivbestände und Bearbeitung aktueller Fragestellungen der Heilpädagogik.
Wissenstransfer
Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und Betreuung der wissenschaftlichen Schriftenreihe.
Veranstaltungen
Organisation von Kolloquien und Symposien zu aktuellen Themen der Heilpädagogik.
Praxisbegleitung
Wissenschaftliche Evaluation und Begleitung von Einrichtungen bei Entwicklungs- und Transformationsprozessen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von theoretischer Fundierung und praxisnaher Umsetzung.
Historische Forschung im EKI
Schwerpunkte und Methoden der wissenschaftlichen Arbeit
Die historische Forschung am Emil E. Kobi Institut ist eng mit der Arbeit des Internationalen Archivs für Heilpädagogik verbunden. Archivierung und wissenschaftliche Analyse greifen dabei unmittelbar ineinander: Materialien werden nicht ausschließlich bewahrt, sondern aktiv erforscht und neu eingeordnet.
Forschung mit Archivbeständen
Im Zentrum steht die systematische Auswertung von Vor- und Nachlässen. Diese werden historisch-kritisch und hermeneutisch analysiert, kontinuierlich durch neue Bestände ergänzt und im Kontext ihrer Entstehung und Wirkung untersucht. Dabei werden auch biografische Quellen wie Briefe, Dokumente und Korrespondenzen einbezogen.
Historisches Verständnis
Die Forschung folgt einem dynamischen Geschichtsverständnis: Vergangenheit wirkt in die Gegenwart hinein. Erkenntnisse entstehen durch das „Lesen“ und Interpretieren von Geschichten, die sich aus Dokumenten, Biografien und fachlichen Diskursen zusammensetzen. Geschichte wird dabei nicht als statisch verstanden, sondern als fortlaufender Deutungsprozess.
Forschung zu Personen und Positionen
Im Fokus stehen die handelnden Akteur:innen der Heilpädagogik:
- ›Analyse ihrer theoretischen und methodischen Ansätze
- ›Einordnung ihrer biografischen Hintergründe
- ›Durchführung von Interviews mit Zeitzeug:innen
Kritische und politische Perspektiven
Das EKI verfolgt eine bewusst aufklärende Forschung. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit sensiblen und belasteten Themen:
- ›Heilpädagogik im Nationalsozialismus
- ›Institutionelle und organisatorische Gewalt
- ›Politische und gesellschaftliche Einflussfaktoren
Internationale und fachliche Verflechtungen
Die Forschung bezieht kontinuierlich internationale Perspektiven ein und untersucht Entwicklungen der Heilpädagogik in verschiedenen Ländern (u. a. Russland, Tschechien) sowie fachliche, professionspolitische und kulturelle Rahmenbedingungen.
Zielsetzung
Die historische Forschung am EKI trägt dazu bei:
- ›Entwicklungen der Heilpädagogik sichtbar zu machen
- ›Theoretische und methodische Linien nachzuvollziehen
- ›Positionen kritisch zu hinterfragen und einzuordnen
Langfristig entsteht so ein differenziertes Verständnis der Fachgeschichte – als Grundlage für heutige und zukünftige Entwicklungen der Profession.
Netzwerk und Kooperationen
Das EKI ist Teil eines fachlichen Netzwerks aus Hochschulen, Fachschulen und Einrichtungen der Heilpädagogik in Deutschland. Es arbeitet eng mit der Europäischen Akademie für Heilpädagogik des Berufs- und Fachverbands Heilpädagogik (BHP) e. V. in Berlin zusammen.
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Hochschulen
Enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Fachschulen im deutschsprachigen Raum
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BHP e. V.
Partnerschaft mit der Europäischen Akademie für Heilpädagogik in Berlin
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Standort Trebnitz
Seit 2017 aktiv am Archivstandort Schloss Trebnitz (Brandenburg)
Kontakt
Internationales Archiv für Heilpädagogik
Platz der Jugend 4
15374 Müncheberg / OT Trebnitz

